Sprechende Mülleimer in Berlin – eine Stadt versucht es mit einer kreativen Idee!
Montag, 30. Mai 2011Wer seit letzter Woche durch die deutsche Hauptstadt läuft, dem fällt auf den allerersten Blick wohl keine besondere Neuerung auf. Die U-Bahn ist weiterhin überfüllt, vor dem Reichstag wartet eine endlos lange Schlange auf die Erlaubnis, einen Blick ins Parlament zu verwerfen und am Alexanderplatz quetschen sich die Reisenden in die S-Bahnen. Alles ganz normal also? Mitnichten! Die Berliner Stadtreinigung (BSR) hat den Umweltsündern nämlich den Kampf angesagt; und das mit einer ganz besonderen Idee. Seit dieser Woche wurden einige der städtischen Mülleimer mit Solaranlagen ausgestattet. Was auf den ersten Blick nach einer Energiesparmaßnahme aussieht, entpuppt sich auf den zweiten Blick als eine kreative Idee, den Berliner für die ordnungsgemäße Entsorgung ihres Mülls zu belohnen. Jeder dieser neu installierten Mülleimer bedankt sich nämlich bei jedem, der seinen Müll in die dafür vorgesehenen Behälter wirft. Und jetzt kommt der besondere Witz an der Sache: jeder Mülleimer bedankt sich auf einer anderen Sprache bei seinem „Wohltäter“. So reagiert der Mülleimer „Siggi Sport“ mit einem herzlichen „Volltreffer“, wenn die Bananenschale ihren richtigen Platz gefunden hat. „Kalle Kiez“ nimmt es da schon etwas lockerer und bedankt sich herzlich mit „Danke, echt knorke von dir!“ bei dem umweltbewussten Passanten. Einige Vertreter der „neuen“ Mülleimergeneration sprechen die Passanten auch gerne mal auf Englisch, Französisch oder gar Japanisch an.
Die Berliner Idee, so skurril sie auf den ersten Blick anmuten mag, zeigt doch deutlich, wie wichtig ein nachhaltiger und sorgsamer Umgang mit der Natur ist. Dass krisenfeste Berlinerinnen und Berliner sich von dieser Initiative wirklich in ihrem Müllentsorgungsverhalten beeinflussen lassen, mag an dieser Stelle nicht geklärt werden. Wer also auf die zusätzliche Sprachfunktion eines Müllbehälters verzichten kann, der sollte sich einen Moment Zeit nehmen und das Angebot am Markt begutachten. Hier gibt es – abgesehen von hochwertigen Abfall – und Entsorgungssystemen – so ziemlich alles, was für den interessierten Heimwerker von Interesse ist.
